Eine für Vieles – das ist die Giftpflanze Arnika. Denn „Arnica montana“ kann nicht nur die Durchblutung fördern und Schmerzen lindern, sondern auch entzündungshemmend wirken. Leider sind Arnikasalben häufig teuer, enthalten unerwünschte Inhaltsstoffe oder zu wenig Wirkstoff. Deshalb stellen wir eine samtige Schmerzsalbe mit nur 4 Zutaten in der gewünschten Qualität einfach günstig und schnell selber her.
Inhaltsverzeichnis
- Arnikasalbe selber herstellen – Schritt für Schritt
- Entzündungshemmende Wirkung
- Blaue Flecken, Prellungen, Muskelkater und Sportverletzungen
- Rheuma, Arthrose, Gelenk- und Rückenschmerzen
- Arnikasalbe bei Insektenstichen und Sonnenbrand
- Anwendung, Haltbarkeit und Nebenwirkungen
Arnikasalbe selber herstellen – Schritt für Schritt
Zutaten
- 2 EL getrocknete Arnikablüten
- 1 EL Vitamin-E-Öl
- 3 EL Kokosöl
- 2 EL Bienenwachs
Zubereitung
- Erwärme die Arnikablüten mit dem Vitamin-E-Öl und dem Kokosöl 2 Stunden lang in einer Schüssel im Wasserbad.
- Nimm die Schüssel vom Herd und lasse die Mischung 24 Stunden lang ziehen.
- Filtere das Öl durch ein feines Sieb oder ein Baumwolltuch.
- Gib das Öl erneut in eine Schüssel im Wasserbad, füge das Bienenwachs hinzu.
- Erwärme die Mischung und rühre vorsichtig um, bis das Wachs geschmolzen ist.
- Fülle die noch flüssige Salbe in abgekochte Gläser.
- Ist deine Arnikasalbe abgekühlt, bewahre sie im Kühlschrank auf.
Tipp: Du bist nicht sicher, ob deine Salbe fest genug wird? Gib einen Tropfen der fertigen, noch flüssigen Mischung auf einen Teller und lasse ihn abkühlen. Ist er noch zu flüssig, gib etwas mehr Bienenwachs in die Mischung.
Entzündungshemmende Wirkung
Viele Sportler:innen haben die durchblutungsfördernde und schmerzstillende Arnikasalbe immer in der Hausapotheke. Bei kleineren Verletzungen im Alltag griffen auch schon unsere Großeltern nach dem beliebten Hausmittel. Grund für ihren guten Ruf und die effektive Wirkung ist der enthaltene entzündungshemmende Stoff Helenalin, ergänzt durch Cumarine, Flavonoide, ätherische Öle und Gerbstoffe. Die äußerliche Anwendung befördert diese starke Kombination tief in dein Gewebe. Dort regt die Salbe die Wundheilung an und wirkt gleichzeitig gegen verschiedene Pilze und Bakterien. Auf diese Weise hilft Arnika auch bei Zahnbeschwerden – ob bei Entzündungen im Mund oder nach einer Operation. Ein Arnica-Umschlag mit deiner selbst hergestellten Salbe lindert die Beschwerden und beschleunigt die Heilung. Da die Arnikapflanze unter Naturschutz steht, darfst du sie übrigens nicht pflücken, wenn du sie bei einer Wanderung im Gebirge entdeckst. Du kannst die Echte Arnika (Arnica Montana) aber aus Saatgut im Garten oder auf dem Balkon selber ziehen und damit noch mehr Geld sparen.
Blaue Flecken, Prellungen, Muskelkater und Sportverletzungen
Die Klassiker bei der Anwendung von Arnika-Schmerzsalben in der Hausapotheke sind sicher der berühmte blaue Fleck oder Muskelkater. Allerdings gibt es in Sachen Wirkstoff gewaltige Unterschiede. Und sicher hast du schon die Preisunterschiede bei verschiedenen Arnikasalben bemerkt. Machst du deine Salbe mit getrockneten Arnikablüten selbst, erhältst du direkt eine stärkere und wirkungsvollere Schmerzsalbe ohne chemische Duft- oder Konservierungsstoffe. Ein verstauchter Fuß, ein geprellter Ellenbogen, der Muskelkater in den Oberschenkeln oder der blaue Fleck nach der Blutentnahme bei Ärztin und Arzt reagieren auf diese selbstgemachte Salbe im Vergleich zu gekauften Salben mit weniger Wirkstoff deutlich schneller und effektiver – auch vorbeugend. Massiere die samtig weiche und sehr gut aufzutragende Salbe dafür einfach vor der Belastung ein. Deine Muskeln und deine Haut werden es dir danken.
Rheuma, Arthrose, Gelenk- und Rückenschmerzen
Viele greifen bei chronischen oder akuten Schmerzen zu klassischen Schmerztabletten. Dabei kann eine natürliche Schmerzsalbe mit Arnika ebenfalls lindernd wirken. Denn sie fördert die Durchblutung, reduziert Entzündungen und unterstützt auf diese Weise den Heilungsprozess. Doch nicht nur Krankheiten wie Rheuma und Arthrose lassen sich dabei erträglicher gestalten. Auch Rückenschmerzen, die u.a. beim langen Sitzen am Schreibtisch entstehen, kannst du mit Arnikasalbe eindämmen – am besten in Kombination mit Schulterkreisen und Übungen für einen gesunden Rücken.
Arnikasalbe bei Insektenstichen und Sonnenbrand
Bald ist wieder Plagegeistersaison. Mit deiner selbst hergestellten Arnikasalbe kannst du auch die unangenehmen Schwellungen und Schmerzen nach Insektenstichen schneller in den Griff bekommen. Massiere dafür die Schmerzsalbe rund um den Stich ein – und Schmerzen samt Juckreiz lassen nach. Auch bei Sonnenbrand kannst du die Salbe vorsichtig dünn auftragen. Allerdings solltest du sie nicht auf offene Stellen auf der Haut auftragen. Augen und Schleimhäute solltest du unbedingt aussparen. Wasche Sonnencreme und Schmutz zudem ab, bevor du die Arnikasalbe auf die trockene Haut aufträgst.
Anwendung, Haltbarkeit und Nebenwirkungen
Da Arnika zu den Giftpflanzen zählt, solltest du deine selbst hergestellte Schmerzsalbe wie ein Medikament behandeln. Dabei gilt: Weniger ist mehr! Deine hochdosierte Salbe trägst du am besten dünn morgens und abends auf. Spare offene Wunden beim Auftragen aus und wasche anschließend gut die Hände. Die Zutaten für deine Arnikasalbe bekommst du in der Apotheke oder im Drogeriemarkt. Für eine gute Qualität besorgst du das Bienenwachs am besten beim Imker oder der Imkerin in der Nähe. Deine Salbe ist rund ein Jahr lang haltbar, wenn du sie im Kühlschrank aufbewahrst. Am besten entnimmst du kleine Mengen deiner Salbe mit einem sauberen Löffel, damit keine Keime eindringen. Denn eine verunreinigte Salbe kann leicht Hautreizungen verursachen. Um allergische Reaktionen auszuschließen, solltest du mit einer Korbblütler-Allergie komplett auf Arnika verzichten. Alle anderen Salbenköch:innen erhalten mit diesem Rezept eine natürliche, wirkungsvolle, vielseitig einsetzbare und günstige Alternative zur Arnikasalbe aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke.
Gute Besserung!